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[ ~ ...and pack the wound with salt, I want to feel it bleed... ~ ]

Ich könnte schreiben, dass es Momente gibt, in denen ich es nicht mehr schaffe, das Chaos in meinem Kopf zu kontrollieren. Dass es Momente gibt, in denen ich nicht mehr stark sein kann, oder nicht mehr stark sein will. Momente, in denen ich aufhören will, mir etwas vorzumachen. In denen ich mal schwach sein will, auch wenn es nur für mich ist. - Aber es wäre wohl alles nicht richtig. Zwar lasse ich die Schwäche ganz bewusst zu, aber nicht, damit es mir besser geht, ich meine "starke Hülle" fallen lassen kann, um... ja, um was auch immer. Ich unterdrücke immer jeglichen Schmerz, ignoriere ihn, aber ich vergesse ihn nicht. Es ist, als würde ich jeden Schmerz in eine Kammer sperren, um ihn nicht zu verlieren. Er beschützt mich. Er ist wie teure eine Droge. Denn manchmal schließe ich die Kammer auf, lasse allen Schmerz raus, damit er in mir sein kann, damit ich ihn richtig fühlen kann. Ein *"klarer" Gedanke ist dann kaum noch möglich, ich bin praktisch high, high vom unterdrückten Schmerz. Meistens sind es nur ganz kurze Momente, vielleicht eine Minute, weil ich den Schmerz länger nicht ertragen kann. Der Schmerz ist die Wirklichkeit. Ich kann und will sie nicht sehen. Doch manchmal sperre ich ihn nicht wieder weg. *Die Gedanken, die dann durch mein dämliches Hirn rasen, sind vom Schmerz belastet, dem Schmerz der Realität. Man könnte es vielleicht mit dem Gefühl, aus einem Traum zu erwachen vergleichen. Doch ist dieser Traum mein Leben...zumindest ein großer Teil davon. Ich kann die Realität nicht ertragen, ich will nicht an die Wahrheit denken, an den Schmerz, ich will wieder in meinen Traum zurück, in dem alles soweit in Ordnung ist. Aber ich kann nicht mehr zurück...obwohl...ich könnte es wahrscheinlich schon, nur entscheide ich mich in diesem Moment für die Wirklichkeit. Ich entscheide mich (bewusst?) dafür, nicht wieder alles zu unterdrücken. Ich lasse alles auf mich einströmen. Meine Konzentration ist ganz dem Schmerz gewidmet, der sich in mir verbreitet. Ich rede mir die Dinge noch schlimmer, als sie sind, damit der Schmerz intensiver wird. Ich muss mehr davon haben, ich will ihn richtig spüren. Ja, ich hasse mich, meinen Körper, mein "Wesen", alles. Darum tue ich mir das gerne an. Ja, ich habe es nicht besser verdient. Ich habe alles verbockt, weil ich so dämlich bin. Es ist doch kein Wunder, dass er nicht ernsthaft etwas von dir will. Schau dich an, du bist so hässlich, alles an dir schwabbelt bei jeder Bewegung, du bist so ekelhaft. DU HAST ES VERDAMMT NOCH MAL NICHT BESSER VERDIENT! Du solltest froh sein, dass er dir überhaupt Beachtung schenkt, dass er dich wenigstens benutzt. Du bist kein schöner Anblick, im Gegenteil. Sei dankbar dafür, dass er sich dich überhaupt antut. Mein Körper zittert, die Gedanken rasen in meinem Kopf rum. Drohen sie zu verblassen, muss neuer Schmerz her. Körperlicher diesmal. Am besten ein Schlimmer. Ja, ich will den Schmerz jetzt leben, vermehren, damit er beim nächsten mal noch intensiver wird. Es ist unwichtig, dass viele Sachen, mit denen ich den Schmerz vergrößern nicht der Realität entsprechen. Je weiter hergeholt, desto besser, desto schmerzhafter. Es ist wie ein Wahn und wäre ich alleine, würde ich ihn wohl noch viel länger ausleben. Aber ich bin es nicht und keiner darf es merken. Sie würden es nicht verstehen, versuchen, es mir wegzunehmen. Aber was wäre ich dann? Was wäre ich, wenn ich mir nicht mehr wehtun könnte? Ich genieße es doch so sehr. Doch warum...warum brauche ich das? Es ist nicht so, dass "es" mich stört oder ähnliches, nein. Ich weiß gar nicht, wie es anders ist. Und ich weiß gar nicht, ob es überhaupt ein "Anders" gibt. Es ist irgendwie unvorstellbar, was ich ohne Angst wäre. Ich kann mich nicht (mehr?) erinnern, wie es ohne ist. Wenn der Wahn verflogen ist, der "Nebel" gewichen ist, habe ich Angst, in meinen Traum zurückzukehren. Ich habe Angst, einzuschlafen, weil ich Angst davor habe, dass ich morgen wieder aufwache und wieder alles beim Alten ist. Ich will nicht rumheulen oder von irgendwem Mitleid bekommen. Aber kann ich meine Gedanken am besten beim Schreiben verarbeiten. So auch heute. Es ist mehr ein Text für mich selbst, an einen Teil von mir. Ich weiß nur nicht genau, an welchen. Denn vermutlich werde ich ihn nie wieder lesen. Ist ja auch egal. Meistens gelingt es mir eh nicht, das, was ich fühle und denke, genau auszudrücken. Es lässt sich nicht greifen. Irgendwann werde ich schlafen, am nächsten Morgen werden die Erinnerungen, die noch vom letzten Tag vorhanden sind, erneut verdrängt und alles geht wieder seinen Gang.
Geht es dir gut? - Ja.

~ I died inside my own head ~
28.10.06 21:24
 


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